Ich lebe noch! Nachtrag Lecois und Capao.

Hi!

Weiss gar nicht wo ich anfangen soll da ein bisschen verlegen. Wahrscheinlich sieht sich die seite eh keiner mehr an nach so langer Zeit. Na vielleicht doch.

Zu meiner Verteidigung moechte ich gleich mal sagen da ich einen grossteil meiner letzten 7? Wochen an Orten verbracht habe an denen es entweder kein Internet gab oder es zu teuer war um mich stundenlang dahinter zu klemmen. Dazu kommt noch das mir nicht immer danach war mich in ein Internetcafe zu setzen wenn draussen die Sonne scheint. Ausserdem bin ich zu dem Schluss gekommen das mich diese ganzen Strahlen demotivieren. Immer wenn ich vom Computer weggehe bin ich unmotiviert und schlecht gelaunt was sicher nicht an den emails liegt die ich bekomme. Ja aufgrund all dieser Tatsachen hab ich nur das notwendigste an Schreibverkehr erledigt und bin jetzt am aufarbeiten.

Was hab ich denn so alles gemacht: Nach Brasilia bin ich nach Chapada dos Diamantinas gefahre. Ein goettlicher Platz auf Erden muss ich euch sagen. Nach einer Woche in Lecois und einem fuer mich moerderischen Trip zu einem fast 400 m hohen Wasserfall bin ich noch nach Capao weiter und da noch 2 Wochen geblieben einfach weils gut war.
Zum Wasserfalltrip: Da hab ich wirklich meine koerperlichen Grenzen kennen gelernt. Am ersten Tag sind wir etwa 5 oder 6 Stunden reine Gehzeit ueber Stock und Stein bergauf und Bergab gewandert und das mit etwa 13 kilo am ruecken. Ich hatte echt nicht mit so was gerechnet und hab mich am Abend voellig erschoepft auf ein paar Traenen hingesetzt. Aber dann gings besser und How unser Guide hat ein koestliches Mal gekocht – auf indisch und nicht brasilianisch! Nach einer eher schlaflosen, kalten und harten (Boden) Nacht gings dann kurz mit Rucksack ueber regennasse Steine zum naechsten Camp und dann mit Kamera bepackt zum eigentlichen Ziel unseres 3 Tagestrips. Als wir am Fuss des Wasserfall ankamen schien es wie in einer anderen Welt. Es war kalt, der Wind blies, es regnete, die Sonne kommt dort nur im Hochsommer hin und die Baeume sind klein und verkruepelt. Und wir haben dann noch ein Bad im See genommen da es keinen Unterschied machte ob wir im Wasser oder an Land auf unser Essen warteten das wir dann Knieschlotternd und mit blauen Lippen zu uns nahmen. Aber es musste sein da wir hungrig waren und es war ein verdammt gutes Gefuehl am Ziehl meiner Strapaz angekommen zu sein…

Ja und hier gleich mein Bedauern – es gibt keine Fotos da sie alle auf meinem kaputten MP3 gefangen sind. Ich haette sie euch gerne gezeigt aber ich hoffe ich kann sie nachliefern wenn ich wieder zu hause bin. Hoffentlich sind sie zu retten ansonsten sind die letzten 3 Monate nur in meinem Kopf anzuschaun.

Am 3. Tag gings dann nochmal 2 Stunden steil bergauf, diesmal hatte der Rucksack nur mehr 11 Kilo da wir den rest gegessen haben. trotzdem ging es manchmal schon steil runter neben einem trampelpfad breiten weg. Aber die Aussicht war es echt wert und am Schluss gab es dann noch einen Blick vom oberen Ende des Wasserfalls in die Tiefe. Schwindelerregend kann ich nur sagen.

Ja und wie gesagt siedelte ich dann ins naechste Dorf hinterm Berg. Ein Einheimischer geleitete mich auf einen Campingplatz weil ich auf der suche nach was billigem war. Und es war perfekt. Ich glaube mein schoenster Platz auf meiner Reise bisher. Ich bekam ein kleines Rundes Haeuschen mit einem grossen Hochbett und wenn ich meine Augen in der Frueh aufmachte hatte ich ein Fenster auf die Berge hinaus. Und wenns nicht grad bewoelkt war eine wahnsinns Aussicht. Ebenso gross wie die Begeisterung war auch das erwachen als ich erfuhr das in dem Ort keine Bank war und ich etwa 30 Euro einstecken hatte. Also am naechsten Tag zurueck in den anderen Ort. Das Geldhohlen fast einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann…
Aber dann konnte ich entspannen, unbekuemmert fuer mich selber kochen und tagsueber setzte ich mich in die Haengematte, die einzige dort hatte ich tagelang in beschlag, und fing an mir einen Guertel zu knuepfen den ich nach 3 Tagen fertigstellte und jetzt trage damit ich meine Hose nicht verliere. Das war alles was ich brauchte. Einen Tagesausflug unternahm ich zu einem „natural swimmingpool“ und einmal versuchte ich ins sagenhafte „Vale de Pati“ vorzudringen. Meine Fuesse und mein Ruecken (wieder schwerer Rucksack) und zugegebener maszen ein bisschen die Kaelte forderten mich zur Umkehr auf. Ich muss mich nicht quaelen obwohl ich es schon gern gesehen haette. Aber es sollte nicht sein. Also beim naechsten Mal. Irgendwann war ich dann aber lang genug in Capao und mein Gefuehl trieb mich zum weiterreisen.

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